Sonnenschein statt Kerzenlicht
Sonnenschein statt Kerzenlicht
Die Sonne kitzelt schon wieder regelmäßig unsere Nasen, ein sicheres Zeichen für den lang ersehnten Frühling! Wir können die Kraft und die Energie tanken, die wir nach diesem endlos langen Winter unbedingt brauchen! Wenn wir auf ausgedehnten Spaziergängen die ersten Knospen an den Bäumen entdecken, die Wiesen endlich wieder in sattem Grün leuchten und die Vögel allmählich aus dem Süden zurück in unsere Breitengrade kommen, beginnt das warme und helle Halbjahr. Wie jedes Jahr Ende März steht nun auch wieder die Zeitumstellung an. Wir haben für Sie die wichtigsten Informationen zu diesem Thema zusammengetragen:
Diese Stunde verkürzt die Nacht, wodurch es morgens länger dunkel und abends länger hell bleibt. Eine kleine Eselsbrücke hilft Ihnen dabei, sich zu merken, wie die Uhren gestellt werden müssen: Die Zeitumstellung erfolgt immer in Richtung Sommer. Wenn wir also im Frühling die Zeit umstellen, liegt der Sommer noch vor uns. Demzufolge stellen wir die Uhren eine Stunde vor. Im Herbst haben wir den Sommer gerade hinter uns gelassen, also werden die Uhren zurückgestellt. Eine weitere Eselsbrücke ist: Die Gartenmöbel werden im Frühjahr rausgestellt und im Herbst wieder reingeräumt.
Was ist aus den Diskussionen geworden, die Zeitumstellung abzuschaffen?
Die Zeitumstellung – ein Mini-Jetlag für den Körper – wird seit 1980 in Deutschland zweimal im Jahr durchgeführt. Die meisten Menschen sind jedoch gegen diese Praxis und möchten sie abschaffen. In der Tat haben sich bei einer Online-Abstimmung der EU-Kommission im Jahr 2018 fast 5 Millionen Europäerinnen und Europäer dafür ausgesprochen, die Zeitumstellung zu beenden. Das EU-Parlament hat dann beschlossen, dass ab 2021 keine Zeitumstellung mehr stattfinden sollte. Aber was ist seitdem passiert?
Nun, derzeit steht die nächste Zeitumstellung auf Sommerzeit in der Nacht auf den 29. März 2026 bevor, und es gibt noch keine klare Entscheidung, ob und wann die Zeitumstellung tatsächlich abgeschafft wird. Der Europäische Rat muss einen gemeinsamen Standpunkt finden, was sich jedoch als schwierig erweist, da eine Abschaffung viele Auswirkungen hat. Bisher hat der Europäische Rat noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Es bleibt also abzuwarten.
Was bedeutet „ewige Sommerzeit“?
Am kürzesten Tag des Jahres würde die Sonne erst gegen 9.30 Uhr aufgehen. Ob das die Stunde mehr Licht am Nachmittag aufwiegt
Was bedeutet „ewige Winterzeit“?
Die kurzen Nächte im Sommer wären Geschichte. Am längsten Tag des Jahres wäre bereits gegen 20.30 Uhr Sonnenuntergang.
Was ist die „richtige“ Zeit?
Vor der Einführung der Zeitumstellung 1980 galt durchgängig die Normalzeit, welche seitdem als Winterzeit bezeichnet wird. Somit ist die Winterzeit die eigentlich „richtige“. Eingeführt wurde die Zeitumstellung, weil man sich im Angesicht der Ölkrise 1973 eine bessere Ausnutzung des Tageslichts und somit eine Energieeinsparung erhofft hatte. Dieser Effekt ist nicht eingetreten, da während der Sommerzeit im Frühjahr und Herbst in den Morgenstunden mehr geheizt wird.
Vergangene Zeiten
Neu war die Idee einer Sommerzeit auch 1980 schon nicht mehr. Schon im Jahr 1783 hatte der US-Politiker Benjamin Franklin die Idee, per Zeitumstellung Kerzenlicht einzusparen. In Deutschland gab es den Wechsel von der Winter- auf die Sommerzeit erstmals im Deutschen Reich in den Kriegsjahren 1916 bis 1918 und noch einmal zwischen 1940 und 1949.
Es gab sogar, im Jahr 1947, eine “Hochsommerzeit”, die um zwei Stunden von der Winterzeit abwich. Vielleicht ein kleiner Trost für alle, die unter der Zeitumstellung leiden.
Chaos bei der Deutschen Bahn
Für die Deutsche Bahn stellt die Zeitumstellung jedes Jahr eine große Herausforderung dar, denn sie haben einen großen Mehraufwand. Alle Züge sind plötzlich zu einer falschen Uhrzeit unterwegs. Außerdem müssen alle Fahrpläne und mehr als 120.000 Uhren umgestellt werden.
Was muss man beachten?
Smartphones aktualisieren die Uhrzeit meist automatisch. Prüfen Sie bitte, ob Sie die richtige Zeitzone und „automatisch aktualisieren“ aktiviert haben. Analoge Uhren und Wecker, aber auch Datumsanzeigen von manchen Fotoapparaten, Zeitanzeigen auf E-Herden usw. müssen hingegen manuell umgestellt werden.
Negative Auswirkungen auf unseren Biorhythmus sind bereits eingehend untersucht und bestätigt worden. Meist haben die Betroffenen eine Art „Mini-Jetlag“. Schlapp, müde, Einschlaf- und Durchschlafprobleme, schlechtere Konzentrationsfähigkeit bis hin zu Reizbarkeit und depressiven Verstimmungen – all das kann bei Erwachsenen, Kindern und auch Haustieren vorkommen.
Damit Sie sich in den Tagen nach der Zeitumstellung schneller erholen, helfen diese einfachen Tricks:
- Licht, Licht, Licht: Tanken Sie morgens und tagsüber so viel Tageslicht wie möglich. Ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft hemmt die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin und macht wach.
- Kein Mittagsschlaf: Auch wenn die Müdigkeit am Nachmittag groß ist – verzichten Sie in der ersten Woche auf den Mittagsschlaf. So sind Sie abends zur neuen, früheren Zeit ausreichend müde.
- Mahlzeiten anpassen: Verschieben Sie Ihre Essenszeiten schrittweise. Wer abends nicht zu spät und zu schwer isst, schläft besser ein.
- Bewegung hilft: Leichter Sport bringt den Kreislauf in Schwung. Vermeiden Sie jedoch anstrengende Workouts direkt vor dem Schlafengehen.
- Kaffee und koffeinhaltige Getränke am Nachmittag meiden. Koffein bleibt bis zu sechs Stunden im Körper und kann den Einschlafrhythmus weiter verschieben.
- Bildschirme abends reduzieren: Das blaue Licht von Smartphone, Tablet und TV hemmt die Melatoninproduktion. Mindestens eine Stunde vor dem Schlafen auf Bildschirme verzichten.
- Feste Schlafenszeiten einhalten: Auch am Wochenende zur gleichen Zeit aufstehen. Das hilft der inneren Uhr, sich schneller an die neue Zeit anzupassen.
- Viel Wasser trinken: Ausreichend Wasser trinken unterstützt den Kreislauf und hilft gegen das allgemeine Schlappheitsgefühl in den ersten Tagen.
Die Rhythmik von uns Menschen unterscheidet sich individuell um ein paar Stunden. Die Ursache hierfür ist Cortisol. Das Wachmacher-Hormon aktiviert unseren Körper und wird grundsätzlich in den Morgenstunden zwischen sechs und acht Uhr ausgeschüttet. Auch Testosteron ist in dieser Zeit am höchsten. Das Schlafhormon Melatonin ist zu diesem Zeitpunkt auf dem Tiefpunkt, weil seine Produktion vom Licht gestoppt wird.
Ausblick